Ein zweiter Teil unserer Projektarbeit bestand darin, einen 2-minütigen Film zu drehen. Für die Themenfindung wurde lange diskutiert. Unsere Umfrage hatte uns gezeigt, wie viele Menschen doch tatsächlich an ihrem Arbeitsplatz verunglücken. Teilweise waren es jedoch Unfälle mit sehr speziellen Maschinen, mit denen viele Menschen in ihrem Arbeitsleben überhaupt nie zu tun bekommen. Schnell wurde uns deshalb klar, dass wir keinen Film über derart spezielle Unfälle drehen wollten, sondern einen, der möglichst viele Menschen anspricht.

Nachdem wir gemeinsam überlegt hatten, was jedem Menschen an seinem Arbeitsplatz passieren konnte, entschieden wir uns für folgende Inhalte: das Ausrutschen auf nassen Böden, das Laufen mit offenen Schnürsenkeln sowie das Ignorieren von Treppen-Handläufen.

Die nächsten Diskussionen gab es, als es um die Verteilung der Aufgaben ging. Ein Drehbuch musste geschrieben werden, wir brauchten Leute, die unser Plakat zeichnen würden, für die Kamera wurde jemand benötigt und am wichtigsten waren natürlich die Schauspieler. Zuerst meldeten sich nur zwei mutige Mädchen. Als es aber darum ging, einen Treppensturz zu simulieren, wurde unserer Hauptdarstellerin von ihrer Mutter verboten, diese Aufgabe zu übernehmen. Glücklicherweise gab es dann einen Jungen, der in dieser Aufgabe nun genügend Herausforderung sah, doch als Darsteller im Film mitzuwirken. Und siehe da – plötzlich wollte auch sein Freund mitmachen. Wegen der beiden neuen Schauspieler musste zum Leidwesen unserer Drehbuchschreibers wieder alles umgeschrieben werden.

Am spannendsten waren dann die Filmaufnahmen selbst. Für unsere Geschichte benötigten wir als Kulissen zwei Büros und ein Treppenhaus. Unsere Lehrerin fragte deshalb Frau Ruhnke-Schüßler sowie Frau Zehmisch-Baumeister, ob sie uns ihre Räumlichkeiten für einige Zeit zur Verfügung stellen würden, was diese auch gerne taten. Am lustigsten war das Besorgen der Putzutensilien für unsere Film-Reinigungskraft. Dazu musste unsere Lehrerin in die Jungentoilette, weil dort das Putzmaterial gelagert wird. Damit sie dabei keine jungen Männer bei der Verrichtung ihrer Geschäfte überraschen würde, schickte sie zuerst männliche "Spione" in die Toilette, um die Lage zu orten. Erst als die Luft rein war, holte sie schnell alle benötigten Dinge. Nicht, ohne eine "Wache" vor der Tür zurückzulassen. Einige Schüler waren dann auch sehr überrascht, als sie die Jungentoilette deshalb für kurze Zeit "geschlossen" vorfanden. Und weil wir mehrere Anläufe benötigten, bis wir die Szene wunschgemäß im Kasten hatten, wiederholte sich dieses Spielchen mehrere Male.

Aufregend war natürlich die Szene mit dem Treppensturz. Dafür waren viele Testläufe notwendig. Zum einen, um die Aufnahmen so hinzubekommen, dass man die Stapel von Turnmatten nicht sah, die wir ans Ende der Treppe gelegt hatten, zum anderen, weil unser Hauptdarsteller den Sturz so hinbekommen wollte, dass er möglichst echt aussah. Unsere Lehrerin hatte immer ganz schön Mühe, die Zuschauer ruhig zu halten, damit der Unterricht in den benachbarten Klassen nicht gestört wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für uns nicht nur aufregend war, ein solches Projekt in die Tat umzusetzen. Wir haben auch viel gelernt dabei. Unter anderem auch, wieviel Arbeit es macht, einen kurzen 2-Minuten-Film zu drehen. Nun können wir uns sehr gut vorstellen, wieviel Aufwand es bedeuten muss, einen Kinofilm zu produzieren!

Über den folgenden externen Link können Sie sich den Film ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=PupfZrn_hRI

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