Am 16.11.2015 machte sich die Klasse GK14A auf in die Landeshauptstadt Mainz zum iuh – Institut für unternehmerisches Handeln der Hochschule Mainz. Nach dem freundlichen Empfang  durch die Spielinstruktoren Frau Loos und Frau Mildner sowie ihren Assistenten Herrn Schneider und kurzen Begrüßungsworten ging es schließlich an die Spielvorbereitung. Die zufällig zusammengesetzten Gruppen waren nun nicht mehr Klassenkameraden, sondern für den Verlauf des Vormittags Konkurrenten im Wettstreit um den wirtschaftlichsten Betrieb. Nun, wie können Auszubildende, ohne jemals einen Betrieb geführt zu haben, auf einmal über die Zukunft eines Zeltherstellers entscheiden?

Selbstverständlich wurde das Planspiel mithilfe von Konzeptpapier, Taschenrechnern und einem Computer zur Simulation durchgeführt und nicht mit einem real existierenden Betrieb – aber so weit von der Wirklichkeit waren die Gegebenheiten im Spiel nicht entfernt.

Nachdem sich jede Gruppe durch die Vielzahl an doppelseitig bedruckten Informationsblättern gearbeitet hatte und erste Gedankengänge ausgetauscht wurden (natürlich ohne, dass die Konkurrenz am Nachbartisch etwas mitbekam), ging es nun an die zentralen Fragen, die sich die Gruppe stellen musste: Wie schaffen wir es, einen fiktiven Zelthersteller für die Zukunft so zu positionieren, dass er nach einer hypothetischen Übergabe an eine andere Gruppe finanziell solide ist? Eine leichte Aufgabe? Mitnichten. 

Zunächst ging es darum zu entscheiden, was ein Zelt der fiktiven Firma überhaupt später einmal den Outdoor-Enthusiasten kosten soll – hoch-, niedrig, mittelpreisig? Da ging die Diskussion innerhalb der Gruppe schon los; und stand das Preissegment endlich fest, ging die Grübelei direkt weiter: Wie viele Mitarbeiter brauchen wir eigentlich zur Produktion? Können wir die eine oder andere Maschine nicht doch verkaufen? Sollen wir zur Sicherheit nicht lieber einen Kredit aufnehmen, um im Bedarfsfall liquide zu sein? Muss vielleicht die Produktforschung mit mehr Geld ausgestattet werden, um konkurrenzfähig zu bleiben? Oder sollten wir nicht doch unseren Fokus auf die Werbung setzen, um unser Zelt bekannt zu machen?

Fragen über Fragen. Doch schon nach einer Dreiviertelstunde intensiver Gedankenarbeit konnte jede Gruppe ein Konzept vorstellen, das genau jene Fragen beantworten konnte. Um sich die Ideen jeder Gruppe einmal zu veranschaulichen und die Ergebnisse zu vergleichen, wurden die Konzepte direkt mittels einer Software optisch und in Zahlen dargestellt. Und siehe da, die einzelnen Gruppen konnten zum ersten Mal erkennen, ob ihre Ideen in der Simulation tragbar sind und wie die Konkurrenz vom Tisch gegenüber gedacht hat. Wer hat im vorgegebenen Zeitraum die meisten Zelte verkauft, wer hat die höchsten Produktionskosten, welches Zelt ist am bekanntesten? Alle jene Fragen konnte der Computer beantworten.

Anschließend, natürlich nicht ohne Stärkung, konnte sich jede Gruppe erneut überlegen, wie die nächste Runde zu spielen ist. Soll der Plan aus der ersten Runde über Bord geworfen werden oder korrigiert man vielleicht die Mitarbeiterzahl etwas nach unten? Alles wurde noch einmal überdacht, um auch ja den Mitbewerbern in der nächsten Runde Markanteile streitig zu machen. 

Diesen Vorgang spielte die GK14A insgesamt drei mal durch - und das außerordentlich zielstrebig und gewissenhaft – sehr zur Freude von Herrn Hüttel, der eine motivierte und interessierte Klasse vor sich sah (das unterstelle ich ihm einfach mal).  

Nach der Schlussrunde stand laut Spielleiter zwar keine messbarere Siegergruppe fest; der eigentliche Gewinner war jener, der am meisten durch dieses Planspiel gelernt hatte und nicht umsonst an dem wohlgemerkt freiwilligen Planspiel teilgenommen hat.